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Rammstein

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Man kehrt nach weit über zwei Stunden Rammstein in die kühle Zürcher Frühlingsnacht zurück und muss erst die inneren Organe ausklingen lassen.

Der wuchtige Sound und die stampfende Bassdrum der Band, die zur Speerspitze der Neuen Deutschen Härte gehört, geht gehörig in die Magengrube. Aber das muss so sein und die sechs Mannen von Rammstein verstehen es, um die satten Beats herum ein feines Mosaik zu basteln, das durch Gitarren und Keyboardstränge veredelt wird. Zwar ist der Sound beim Opener «Armee der Tristen» noch etwas breiig, aber rasch klingt das, was im Letzigrund an diesem Abend für rund 47‘000 Menschen aus den Boxen quillt, sauber, druckvoll und gekonnt gemixt. Ein klanglicher Genuss.

Das Zentrum bildet die bei Tageslicht irgendwie unscheinbar wirkende Bühne, ähnlich einem riesigen Wachturm mit Grenzwall und grossen Suchscheinwerfern. Sie ist ein düsteres Kunstwerk und derart mit Überraschungen gespickt, dass man mehrfach nicht um ein Staunen herumkommt. Angefangen beim Screen in der Bühnenmitte, der wie ein Lift bis nahe an die Spitze des Turms gleiten kann und bei einem Remix-Intro zu «Deutschland» in der Mitte des Sets mühelos Platz für das DJ-Pult von Leadgitarrist Richard Z. Kruspe bietet. Dieser liefert ein augenzwinkerndes Intermezzo, das man leicht als ironische Anspielung auf Bands wie Faithless oder Kraftwerk sehen kann. Dazu kann die Bühne in verschiedenen Farben erleuchten, ist gefüllt mit diversen Feuerwerfern und versteckten Pyro-Elementen, besitzt einen Bauch, der eine Handvoll deftiger Überraschungen hervorbringt. Und nicht zuletzt sind in Bühne und Turm Unmengen an Licht- und Tontechnik verbaut. Dazu kommen vier im Stadion verteilte Lautsprechertürme, die ebenfalls kräftig Feuer ausspucken können und etwa «Du hast» zum wortwörtlich heissen Vergnügen machen.

(Text: bäckstage.ch)

Text und Bilder auf bäckstage.ch – Pyros und ein Hauch von Politik bei Rammstein im Letzigrund

Joe

Mein Name ist Josef "Joe" Bürgi, Musik und Eventfotograf aus Belp. Ich liebe Musik und die spezielle Stimmung, vor allem im Fotograben. Die Nähe zum Publikum und den Musikern ist einmalig.

www.josefbuergi.com